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Ergebnisse zum Fahrradklimatest 2024 des ADFC für Neutraubling

Am 17. Juni 2025 wurde der Fahrradklimatest des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) veröffentlicht. Es ist die weltweit größte Umfrage zum Fahrradfahren. Allein in Bayern nahmen 161 Städte und Gemeinden teil. Gezählt werden dabei nur Gemeinden, an der mehr als 50 Teilnehmer antworteten.

Die Auswertung erfolgte in „Schul“-Noten. Die Ergebnisse aller deutschen Gemeinden können unter https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse nachgelesen werden. Wir Aktiven Bürger interessierten uns aber speziell für Neutraubling. Hier ein paar Ergebnisse bei insgesamt 134 Teilnehmern:

  • Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer                          4,0
  • Fahrradförderung in jüngster Zeit                           4,8
  • Sicherheitsgefühl                                                       4,7
  • Führung an Baustellen                                              4,9
  • Geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung         3,1
  • Gesamtergebnis                                                         4,2

Mit diesem Ergebnis liegt Neutraubling auf Platz 81 von 95 bei den Gemeinden bis 20000 Einwohner. Dies war für uns Aktive Bürger Grund genug, die Presse zu einem Gespräch zu bitten. Dazu luden wir auch Herrn Dr. Klaus Wörle vom ADFC Regensburg und Vertreter der Stadt ein. Bürgermeister Harald Stadler und die Klimaschutzbeauftragten nahmen teil.

Die Gartenzeile ist nicht für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben

Zu Beginn wurde die mangelnde Fahrradförderung der letzten Jahre bemängelt, die durch die Note 4,8 und textliche Einzelbewertungen belegt ist. Der Radweg an der Ostumgehung war über Monate gesperrt, ohne Umleitungen einzurichten. Dies wurde direkt mit der Note 4,9 quittiert. In vielen textlichen Anmerkungen und durch die Note 4,7 wurde das fehlende Sicherheitsgefühl bemängelt.

Bürgermeister Harald Stadler konterte, dass die Stadt sehr wohl das Radfahren fördert. Es wird bespielsweise Grund an der Hauptachse Neudeker-Bayerwaldstraße erworben, an der Südumgehung und Richtung Rosenhof wurde eine Beleuchtung auf dem Radweg eingerichtet.

Aus Sicht der Aktiven Bürger ist dies zu wenig. Es fehlen sichere Wege von der Gärtnersiedlung bis zum Gymnasium und von der Junghanssiedlung und vom Fürst-Johannes-Ring zum Kaufpark. Auch wenn in über 80% der Neutraublinger Straßen Tempo 30 gilt, worauf der Bürgermeister explizit hinwies, folgt daraus nicht, dass Fahrradfahren sicher sei.

Die Testteilnehmer honorieren auch positive Einrichtungen: Dass in Neutraubling in allen Einbahnstraßen bis auf die Gartenzeile alle Fahrradfahrer in Gegenrichtung fahren dürfen, wurde mit der Note 3,1 bewertet. Gleichwohl gibt es textliche Anmerkungen, dass auch die Gartenzeile freigegeben werden sollte. Eine noch bessere Bewertung wäre also durchaus möglich, wie etwa in Lappersdorf (Note 2,3)!

Die Aktiven Bürger vermissen ein Wohlfühlklima in Neutraubling. Alle Straßen und die Großparkplätze vor den Geschäften sind für den Autoverkehr optimiert. Radfahrstraßen hin zum Kaufpark, abseits der Bayerwaldstraße, würden dem Radfahrer zeigen, hier in Neutraubling bin ich willkommen und kann sicher mit dem Fahrrad einkaufen. Da in allen Seitenstraßen Tempo 30 gilt, würden Radfahrstraßen das Autofahren kaum einschränken, und Radfahrer würden sicherer geleitet.

Das Fazit des Pressegesprächs ist für uns eindeutig: In Neutraubling fehlt ein Gesamtkonzept für die Radwegeführung in der Innenstadt. Nur wenige kleinere Einzelmaßnahmen sind konkret geplant. Der nächste Fahrradklimatest wird daher voraussichtlich ähnlich schlecht ausfallen. Wir Aktive Bürger bedanken uns bei der Presse, bei Dr. Wörle, beim Bürgermeister und den Klimamanagern Manfred Pfauntsch und Elisabeth Sterr für die Teilnahme.